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Nordsee / Seekarte
Doncker, Hendrik, 1664
kol., 53 x 43,5 cm
Copper Plate, Hand Coloured

This is a beautiful chart by Hendrik Doncker published in 1664. It is westerly orientated with extensive depth measurements and marked shoals along the English and Northern European coasts. The Scandinavia coast is well mapped, but without depth measurements. The majority of the detail is on the coastline with the interior of the continents without detail.

Coats of arms are shown for England, Norway, Sweden and the Netherlands. Boundaries between the countries are missing. Latitude and longitude lines are shown in the standard Mercator projection. In addition to the compass rose on the bottom left, rhumb lines cross the map and converge at fifteen different locations on the map in a circle. With the assistance of a compass these allowed for a controlled crossing of the oceans.n the bottom left of the map is a simple mileage scale cartouche with scales in Dutch, English and Spanish. The bottom right is a magnificent title cartouche with scrolls, ornaments, cartographic tools and cherubs. The bottom box contains the manufacturer's details.

Charts of the Mediterranean have been common place for centuries. It was only in the mid-16th Century that this was extended to all following a growth in commerce. Pioneers in this area were the Dutch who in the 17th century were the largest trading power and dominated the maritime trade. Having a detailed knowledge of the coastline resulted in a military advantage which reinforced Dutch dominance. The Dutch bookseller and chart maker Hendrik Doncker (1625/26-1699) is one of the most prolific publisher of nautical charts, atlases and navigation books in the late 17th Century. His major works include the 1659 Atlas, entitled "De Zee Atlas ofte Water-Waerld" which was followed by several editions. Unfortunately, none of the the first edition have survived. In 1676 Doncker began to publish his large-format atlas "De Nieuwe Groote vermeerderde Zeeatlas". In addition, he cooperated with the publication of "Zeespiegels" by Pieter Goos. After his death, his son Hendrick Doncker II (1664-1739) continued the family business.

References
Tooley's Dictionary of Mapmakers, Early World Press, 2004
Joost Augustejin and Wilco Poortman, Kaarten in Bijbel 16e-18e eeuw, 1995.



Diese schöne Seekarte veröffentlichte Hendrik Doncker im Jahr 1664. In einer Ausrichtung noch Westen umfasst sie die Nordsee bis zu den Shetland Islands und nahezu die gesamte Ostsee. Wie für Seekarten üblich sind in dieser Karte nur die Küstengebiete und die Inseln detailliert beschrieben, das Binnenland bleibt unerschlossen. Das angrenzende Festland ist mit den Wappen Englands, Norwegens, Schwedens und der Niederlande dekoriert, Grenzmarkierungen zwischen den Ländern fehlen. Untiefen sind gekennzeichnet. Die Längen- und Breitengrade sind in der bis heute in der Seefahrt üblichen Mercator-Projektion als gerade Linien eingezeichnet. Sie bilden das Gitternetz für einen Kreis aus 16 gleichmäßig verteilten Wind- und Kompassrosen, von denen die sogenannten Rumpenlinien ausgehen. Diese Darstellungsweise ermöglicht eine gesteuert Durchquerung der Meere mit Hilfe eines Kompasses. Links unten der Karte befindet sich ein schlichter Meilenzeiger mit drei Maßstäben, umgeben von einer Kartusche im Ohrmuschelstil. Gegenüber eine prachtvolle Titelkartusche mit Rollwerk, fischmaulartigem Ornament und Putten. Das barocke Dekor wird kombiniert mit Büchern, kartographischem Werkzeug und einer Armillarsphäre, Zeichen der Wissenschaft. In einem zweiten Textfeld sind die Herstellerdaten angegeben.
Bereits seit der Antike existieren Seekarten, die sich jedoch auf den Mittelmeerraum beschränkten. Eine Ausdehnung auf alle Meere der Welt erfolgte erst mit dem Aufblühen des Handels in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Vorreiter in der Seekartographie waren die Niederländer, die als größte Handelsmacht des 17. Jahrhunderts auch den Seehandel beherrschten. Aus der genauen Kenntnis der Küstenlinien resultierte ein militärischer Vorteil, der die Vormachtstellung noch zusätzlich stärkte. Der Amsterdamer Buchhändler und Hydrograph Hendrik Doncker (1625/26-1699) gilt als einer der produktivsten Verleger von Seekarten, Atlanten und Navigationsbücher im späten 17. Jahrhundert. Zu seinen bedeutendsten Werken gehört der 1659 erschienene Atlas „De Zee atlas ofte Water-Waerld“, dem mehrere Neuauflagen folgten, doch von der Erstausgabe ist kein Exemplar erhalten geblieben. 1676 begann Doncker seinen großformatigen Atlas „De nieuwe groote vermeerderde Zeeatlas“ zu veröffentlichen. Des Weiteren arbeitete er an der Herausgabe des „Zeespiegels“ von Pieter Goos mit. Nach dem Tod Donckers übernahm dessen Sohn Hendrick Doncker II (1664-1739) die familieneigene Offizin, in der er Werke seines Vaters neu auflegte, aber auch eigene Karten produzierte.

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